Einführung eines Windelzuschusses in Köln

Ein einziges Kind in unserer Stadt benötigt über die gesamte Wickelzeit etwa 5.000 Einwegwindeln und erzeugt damit 1000 Kilogramm grauen, nicht recycelbaren Müll. Für die Bundesrepublik als Ganzes bedeutet dies Folgendes: In den letzten 10 Jahren gab es durchschnittlich 710.000 Geburten. Wenn hier alle Kinder eines Jahrganges mit Einwegwindeln gewickelt würden, entsteht dadurch ein riesiger Müllberg von 3.550.000.000 Wegwerfwindeln. Bereits heute, so der BUND, machen Wegwerfwindeln etwa 10% des Gesamtmüllaufkommens in der grauen Tonne aus und stellen damit die größte Einzelposition dar.1
Dieser Müllberg erzeugt für uns als Gemeinschaft riesige Kosten. Der nasse und verschmutzte Windelmüll muss unter Aufwendung von viel Energie in unseren Müllverbrennungsanlagen beseitigt werden, wobei nicht abbaubare Produkte wie verdünnte Salpetersäure, Elektrofilterasche sowie organische Giftstoffe zurückbleiben, welche als Sondermüll eingelagert werden müssen. Dies geht aus einem Interview mit einer Chemikantin auf der Seite [Link entfernt] hervor. Allein im Landkreis Bayreuth mit seinen etwa 100.000 Einwohnern fielen im Jahr 2004 Entsorgungskosten in Höhe von 250.000 € für Wegwerfwindeln an. Somit ist die Reduzierung von Wegwerfwindeln ein riesiger Hebel zur Reduzierung des Gesamtmüllaufkommens sowie der damit einhergehenden Kosten.
Eine Lösung für dieses Problem stellt die wiederverwendbare Stoffwindel dar, welche heutzutage eine sehr ernstzunehmende Alternative zur Wegwerfwindel ist. Eine Studie mit dem Titel „An updated lifecycle assessment study for disposable and reusable nappies“ aus dem Jahr 2008 zeigt die öknomomische und ökologische Sinnhaftigkeit von Stoffwindeln sehr gut auf. Darüber hinaus haben moderne Stoffwindeln heutzutage nichts mehr mit dem zu tun, was wir von früher kennen. Die Stoffwindelsysteme sind leicht zu handhaben und zu pflegen.

Gestützt wird die Sinnhaftigkeit von Stoffwindeln zudem durch das Abfallvermeidungsgesetz der EU, welches die Länder dazu auffordert, Ressourcen zu sparen. Auch im neuen Abfallvermeidungsprogramm der Bundesregierung mit dem Titel „Wertschätzen statt wegwerfen“, spiegelt sich die Bedeutung dieses Themas wider.
Ich schreibe Ihnen, weil ich die Bitte an Sie habe, auch in unserer Stadt ein Umdenken einzuleiten und die Stoffwindel aktiv zu unterstützen. In Deutschland gibt es bereits viele Städte und Landkreise, welche die Nutzung von Stoffwindeln finanziell fördern. Die Familien erhalten bei Anschaffung einen finanziellen Zuschuss. Die Bezuschussung ist wichtig, da für viele Menschen die Erstausstattung eine hohe finanzielle Hürde darstellt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 250 bis 500€, je nach gewähltem Stoffwindelsystem.
Eine Übersicht aller teilnehmenden Städte finden Sie unter folgendem Link: [Link entfernt]
Ich würde mich freuen, wenn wir ins Gespräch über die Thematik kommen, um das aktive Umdenken in unserer Stadt anzuregen. Denn Fakt ist: Etwas zu verbrennen oder zu recyceln, wird nie besser sein, als etwas gar nicht erst entstehen zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen, Eileen Gilles

Kommentare

Richtig gute Idee

Zumal es ja nicht nur mit den Windeln getan ist, sondern auch mit deren Verpackungen und Transportwege (vom Hersteller in die Verteilzentren in die Geschäfte in die Wohnungen).

Aber auch hier gilt, mehr Informationen zu Alternativen, z.B. direkt zur Geburt oder schon bei den Hebammen und Schwangerschaftskursen beworben oder vorgestellt werden.

Moderationskommentar

Moderationskommentar

Sehr geehrte Frau Gilles,
ersteinmal vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir haben einen Teil Ihres Beitrages entfernt, da dieser der Dialogregel 7 wiederspricht "Werbung für kommerzielle Produkte, Dienstleistungen und private Internetseiten ist nicht zulässig.".
Vielen Dank für Ihr Verständnis
Ihr Moderationsteam