Der Kölner Stadtwald wird nachhaltig bewirtschaftet. Das bedeutet, dass langfristig nicht mehr Holz genutzt wird, als nachwächst. Gemeinden in Nordrhein-Westfalen sind gesetzlich verpflichtet, diesen Grundsatz einzuhalten. Die Forsteinrichtung bildet hierfür die fachliche Grundlage.
Rahmenbedingungen
Im Kölner Stadtwald wachsen jährlich rund 23.000 Festmeter Holz nach. Unter Berücksichtigung der Kölner Rahmenbedingungen – beispielsweise des Anteils an Naturwaldentwicklungsflächen – schlägt der Forsteinrichter eine nachhaltig nutzbare Holzmenge von 12.500 Festmetern pro Jahr vor. Auch bei dieser Nutzung wächst der Holzvorrat im Stadtwald weiterhin um mehr als 10.000 Festmeter pro Jahr. Es wird also dauerhaft weniger Holz genutzt, als jährlich nachwächst. Sollte infolge des Klimawandels der Anfall von Totholz deutlich zunehmen, wird der Holzeinschlag entsprechend reduziert.
Abwägung bei der nachhaltigen Holznutzung
Innerhalb der nachhaltigen Waldbewirtschaftung besteht eine Bandbreite bei der Nutzung des jährlich nachwachsenden Holzes. Unter den heutigen Rahmenbedingungen kann die nachhaltig nutzbare Holzmenge zwischen 6.000 und 12.500 Festmetern pro Jahr liegen. Wird ein größerer Teil des Holzzuwachses genutzt, steht mehr regional erzeugtes Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung zur Verfügung. Dieses Holz kann beispielsweise als Bau- oder Möbelholz verwendet werden. Der darin enthaltene Kohlenstoff bleibt langfristig gespeichert.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen größeren Teil des Holzzuwachses im Wald zu belassen. Dadurch erhöht sich langfristig der Holzvorrat und damit auch die Menge des im Wald gebundenen Kohlenstoffs.
Unabhängig von der gewählten Holznutzungsmenge müssen regelmäßig einzelne Bäume im Rahmen von Durchforstungen entnommen werden. Durchforstungen sind Pflegemaßnahmen, mit denen stabile und widerstandsfähige Waldbestände entwickelt werden. Ohne diese Eingriffe würden die Waldbestände dichter und anfälliger für Stürme und andere Schadereignisse. Dadurch könnte auch der im Wald gebundene Kohlenstoff wieder freigesetzt werden.
Im Rahmen der Neuaufstellung des Forsteinrichtungswerks wird festgelegt, wie der jährlich nachwachsende Rohstoff Holz nachhaltig genutzt werden soll. Die Öffentlichkeitsbeteiligung bietet die Möglichkeit, Hinweise und Einschätzungen dazu einzubringen, welche Aspekte bei der zukünftigen Holznutzung besonders berücksichtigt werden sollten.