...er einer Frau gewidmet ist, die inmitten tiefster Trauer Größe, Menschlichkeit und Versöhnung gezeigt hat. Mevlüde Genç verlor 1993 bei dem Brandanschlag in Solingen fünf Angehörige. Statt sich vom Hass leiten zu lassen, rief sie zu Zusammenhalt und Frieden auf.
Dieser Name steht für eine Erinnerungskultur, die nicht verdrängt, sondern Verantwortung übernimmt. Er sendet eine klare Botschaft gegen jede Form von Rassismus, insbesondere gegen antitürkischen Rassismus, der in der Geschichte unserer Gemeinschaft in Deutschland eine schmerzhafte Realität ist.
Eine Straße nach Mevlüde Genç zu benennen, bedeutet auch, die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen, die in dieser Gesellschaft seit Jahrzehnten leben, sie mitgestalten und oft übersehen werden. Es ist ein Schritt hin zu einer ehrlicheren, inklusiveren Erinnerungskultur, die nicht Täter ehrt, sondern Vorbilder.
Als Teil der türkischen Gemeinschaft in Deutschland wünsche ich mir, dass öffentliche Räume Persönlichkeiten widerspiegeln, die Mut, Würde und Zivilcourage verkörpern. Mevlüde Genç ist genau so eine Person. Ihr Name auf einem Straßenschild wäre ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und für ein solidarisches Miteinander.
Besonders wichtig ist dabei die korrekte Schreibweise mit dem Buchstaben "ç". So wie man bei französischen Namen das é respektiert, sollte auch hier die originale türkische Schreibweise beibehalten werden. Sie ist Ausdruck von Würde und Respekt gegenüber der Person, die geehrt wird.