weil Mevlüde Genç eine herausragende Persönlichkeit ist, die in einer der dunkelsten Stunden ihres Lebens nicht Hass mit Hass begegnete, sondern den Weg der Versöhnung und des Friedens wählte. Nach dem rassistisch motivierten Brandanschlag in Solingen am 29. Mai 1993, bei dem fünf ihrer Familienangehörigen – ihre Enkelinnen und Töchter – grausam ums Leben kamen, hätte sie allen Grund gehabt, sich von der Gesellschaft abzuwenden oder mit Bitterkeit zu reagieren. Doch sie entschied sich bewusst für ein anderes, zutiefst menschliches und moralisch beeindruckendes Handeln.
Mevlüde Genç trat öffentlich für Verständigung, Toleranz und den interkulturellen Dialog ein. Ihre Worte der Versöhnung berührten nicht nur die deutsche Gesellschaft, sondern fanden weltweit Beachtung. Sie wurde zur Symbolfigur für zivilgesellschaftliches Engagement und zum Vorbild für ein friedliches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft.
Den Namen Mevlüde Genç zu tragen – sei es für eine Institution, einen Preis, eine Straße oder ein Bildungsprojekt – bedeutet daher mehr als eine bloße Erinnerung an ein tragisches Ereignis. Es ist ein aktives Bekenntnis zu den Werten, für die sie stand: Menschlichkeit, Mitgefühl, Friedensbereitschaft und der unermüdliche Einsatz gegen Rassismus und für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihr Name mahnt uns, nie zu vergessen, aber auch, niemals aufzugeben – selbst angesichts tiefster persönlicher Verluste.